Integration Flüchtlinge

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Sprache lernen mit Spaß

Mit einem einfachen, intuitiven Sprachlernansatz zum Erfolg

Der Sprachlernansatz wurde bei Wycliff erfolgreich umgesetzt.
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen alles Wichtige dazu vor – plus praktische Videoclips.

Der Sprachlernansatz hat zwei Komponenten:

Nutzen Sie die Vorteile

  • Ohne Bücher, CDs oder anderes Material
  • Verzicht auf Schreiben, Lesen und Grammatikunterricht
  • Kenntnisse der lateinischen Schrift nicht wichtig
  • Beziehungsorientiertes Lernen: Interaktion Muttersprachler und Lernende(r)
  • Jeder kann Lehrer sein – erfordert keine pädagogischen Kenntnisse
  • Lernen mit Spaß, ohne Druck
  • Lernen in echten Kommunikationssituationen
  • Schneller Lernerfolg, der dann im Alltag schon gebraucht werden kann
  • Kontakt zu Muttersprachlern hilft beim Verstehen der deutschen Kultur

Deutschlektionen

Alle Lektionen sind als Downloads verfügbar und enthalten alles nötige Bildmaterial.

Tipps für die Praxis geben die Videos weiter unten auf der Seite.

Lektionen 26-60 sind in einer Test-Version – Feedback willkommen!

Hilfreiche Tools

Videoclips aus der Praxis

Gesprächssituationen im Alltag bewältigen

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FAQ

Fragen und Antworten rund um unser Deutschmaterial

In den vorliegenden Lektionen wird auf Lesen und Schreiben anfänglich verzichtet. Dieses Vorgehen steht im Gegensatz zum traditionellen Fremdsprachenunterricht, wo ab der ersten Stunde die Recht­schreibung mitgelernt wird. Dies hat verschiedene Gründe:

 

  • In der Anfangsphase geht es vor allem um das Verstehen. Die Lernenden sollen sich voll und ganz auf das Zuhören, Verarbeiten und Reagieren konzentrieren können. Papier und Stift lenken davon ab.
  • Wenn die Schrift von Anfang an im Unterricht eine wichtige Rolle spielt, haben bildungsferne Menschen keine Chance. Sie sind aber genauso fähig, sich in einer fremden Sprache verständigen zu lernen wie die Schriftkundigen.
  • Wenn der Unterricht auf dem Geschriebenen aufbaut, fällt die Vermittlung von mündlichen Kommunikationsfähigkeiten in der Regel unter den Tisch.
  • Die offiziellen Deutschkurse legen in aller Regel viel Gewicht auf das Schriftliche. Wir schaffen mit unseren Lektionen ein Gegengewicht dazu.

Aus diesen Gründen verzichten wir auf Schreibübungen, Arbeitsblätter und dergleichen.

Wenn Migranten längerfristig hier leben wollen, müssen sie sich natürlich irgendwann mit unserer Schrift und Rechtschreibung vertraut machen, dies ist völlig klar. Wenn ehrenamtliche Helfer an den Punkt kommen, den Lernenden dabei helfen zu müssen oder zu wollen, gibt es ein paar Dinge zu bedenken.

Zunächst gilt es, sich bewusst zu machen, dass es unter den Lernenden in der Flüchtlingsarbeit bezüglich Lesen und Schreiben drei Gruppen von Menschen gibt:

a) Analphabeten die auch in ihrer Muttersprache nicht lesen und schreiben können,
b) Menschen, die zwar lesen und schreiben können, mit unserem lateinischen Alphabet aber nicht vertraut sind, und
c) jene, die unser Alphabet bereits kennen und „nur“ noch unsere Rechtschreibregeln lernen müssen.

 

An dieser Stelle möchten wir auch darauf hinweisen, dass Menschen aus den Gruppen a) und b) sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Für das Lernen von Lesen und Schreiben, sollten Sie die Gruppen entsprechend trennen. Einem erwachsenen Analphabeten Lesen und Schreiben beizubringen, ist nicht einfach. Wenn man es falsch angeht, kann man durchaus Schaden anrichten. Dies sollte deshalb nicht die Aufgabe von ungeschulten Helfern sein. Analphabeten sollten auf jeden Fall zuerst einen Grundstock an mündlicher Sprachfertigkeit aufbauen, bevor sie Lesen und Schreiben lernen. Wenn Lesen und Schreiben in einer Sprache eingeführt werden, von der die Lernenden noch (fast) nichts verstehen, machen die Schriftzeichen keinen Sinn und das Lernen wird massiv behindert.

 

Wer nun an den Punkt kommt, dass er z.B. arabischsprachigen Menschen die lateinische Schrift beibringen muss, kann auf Material wie den Alphabetisierungskurs des Hueber-Verlags zurückgreifen (Anja Böttinger: Schritte plus Alpha 1-3), oder auch das Hamburger ABC (Herma Wäbs, Lehrwerk zur Alphabetisierung und Grundbildung).

Nun gibt es auch Lernende, die unbedingt schon in der Anfangsphase etwas Schriftliches mit nach Hause nehmen möchten. Wenn sie sich wirklich nicht auf später vertrösten lassen, können die Sprachpaten ihnen Wortlisten (oder Bilderbögen, wo die Wörter auf die Rückseite gedruckt sind) mit den an diesem Tag gelernten Wörtern vorbereiten, die sie am Ende der Stunde den Kursteilnehmern mitgeben. Auf diese Weise konzentrieren sich die Lernenden während der Stunde auf die mündlichen Übungen, aber haben zusätzlich zu den in der Lektion gemachten Tonaufnahmen noch etwas Schriftliches. Diese Wortlisten sollten aber nur angeboten werden, wenn eine Lerngruppe danach fragt. Auf keinen Fall sollen jene, die nicht lesen können, unter Druck gesetzt werden. Wenn aber Wortlisten austeteilt werden, dann sollen niemand in der Gruppe von den Listen ausgeschlossen werden. Sonst fühlen sich Leseunkundige möglicherweise als minderwertig. Und auf jeden Fall soll immer allen klar sein, dass das Schriftliche nicht wichtiger oder besser ist als das Mündliche.

 

Die Vorbereitung auf die offiziellen Tests (A1, A2 usw.) ist in Deutschkursen, die von Ehrenamtlichen erteilt werden, oft gar kein Thema. Wenn es aber doch einmal zum Thema wird, empfehlen wir folgendes Vorgehen:

 

  1. Möglichst lange durch Versteh- und Sprechübungen ein gutes Fundament im mündlichen Gebrauch der Sprache aufbauen. Während dieser Zeit kann das Lesen von einzelnen Wörtern, Anschriften, Wegweisern und dergleichen bereits geübt werden.
  2. Wenn bereits ein Grundstock an Vokabular vorhanden ist, kann die Rechtschreibung durch einfache vorbereitete Diktate geübt werden: Die Lerngruppe erhält eine Liste von Wörtern und Ausdrücken, die sie bereits verstehen, mit der Ankündigung, dass in der nächsten Lektion diese Wörter als Diktat „abgefragt“ werden.
  3. Einige Wochen vor der Prüfung (nicht schon Monate vorher) gezielt auf die Prüfungen üben, indem die Lernenden Modell-Prüfungen durcharbeiten. (Solche Übungs-Tests für die verschiedenen Stufen sind im Buchhandel sowie online zu finden. – Via Google zu finden z.B. mit der Eingabe „A1 Prüfung“) Dies hat zwei Zielsetzungen: a) die Lernenden lernen das Format der Tests kennen. Die Anweisungen zu den verschiedenen Teilen sind immer die gleichen. Wenn sie diese kennen, verlieren sie während der Prüfung keine Zeit mit dem Lesen der Anweisungen. b) Es wird deutlich, auf welchen Gebieten die Lernenden Lücken haben. Diese Lücken können dann durch geeignete Übungen gezielt gefüllt werden.

Im traditionellen Fremdsprachenunterricht werden vom ersten Tag an Grammatikregeln gelehrt. Manche Lernenden sprechen gut darauf an, viele andere empfinden es als öde, trocken und kompliziert. Die grammatikalischen Fachbegriffe (wie Verb, Nomen, Akkusativ, Futurum, Imperativ und dergleichen) und das Auswendiglernen von Regeln haben viele von uns in schlechter Erinnerung. Es hat uns nicht wirklich geholfen, Englisch oder Französisch verstehen und sprechen zu lernen, und es hat auch keinen Spaß gemacht. Die Grammatik gehört zur Sprache genauso wie die Regeln zum Fußballspiel. Wenn jeder die Wörter so aneinander reiht, wie er gerade Lust hat, dann wird Kommunikation schwierig. Mit anderen Worten, Grammatik muss auf irgendeine Art vermittelt werden.

Aber wie?

Wir sind überzeugt davon, dass die Grammatik am besten innerhalb von Versteh-Übungen vermittelt und gelernt wird. Ein Beispiel: Es gibt Sprachen, in denen das Verb immer am Ende des Satzes steht. (Im Deutschen ist dies nur im Nebensatz der Fall.) Wenn wir die Lerngruppe einer großen Zahl von Sätzen aussetzen, die sie verstehen können, bekommen sie die deutsche Wortstellung ganz „von selbst“ mit und wenden sie auch korrekt an, sobald sie selber zu sprechen beginnen. Auf die gleiche Weise lernt ein Kind seine Muttersprache, ohne dass es Grammatikunterricht bekommt. Wenn wir dagegen einer Anfängergruppe zu erklären versuchen, dass das Verb im Deutschen direkt nach dem Subjekt kommt, und womöglich gleich noch die Regeln für die Nebensätze dazufügen, dann verstehen sie vermutlich nur Bahnhof. Oft haben wir ja auch gar keine gemeinsame Sprache, in der wir die Regeln erklären könnten. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt bestimmte Grammatikfehler zum Problem werden, kann man diese angehen, indem man Versteh-Übungen erfindet, die diesen grammatischen Aspekt in den Mittelpunkt rücken. Wenn die Lernenden die korrekten Formen viele Male in einem verstehbaren Zusammenhang gehört haben, werden sie sie schließlich auch korrekt anwenden.

Vom traditionellen Sprachunterricht her sind wir gewohnt, dass wir von der ersten Stunde an nachsprechen. In den vorliegenden Unterlagen wird aber Wert darauf gelegt, dass die Lernenden zunächst einmal vorwiegend zuhören. Auf den ersten Blick denken viele, dass dies den Erfolg verzögert. Solange man nur hört, und (fast) nichts sagt, „kann man ja noch nichts“. Das anfängliche Zuhören hat jedoch eine Reihe von Vorteilen.

 

  • Viele Lernende fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie Silben nachsprechen müssen, die für sie kaum Bedeutung haben und die sie nicht richtig aussprechen können. Druck vermindert die Aufnahmefähigkeit.
  • Es hilft dem Lernenden, sich in die Laute der neuen Sprache einzuhören, bevor er sie selber wiedergeben muss. Langfristig verbessert das seine Aussprache.
  • Es braucht nur etwa ein Zehntel soviel Energie, Wörter durch Zuhören verstehen zu lernen, als sie sogleich aktiv beherrschen zu wollen.

Um den Lernenden dennoch nach jeder Stunde etwas mitzugeben, „was sie schon sagen können“, haben wir kleine Dialoge in jede Lektion eingebaut. Es liegt im Ermessen des Sprachpaten, ob diese Dialoge für seine Lerngruppe sinnvoll sind oder nicht. Es kann für die Teilnehmer auch ein Erfolgserlebnis sein, wenn sie Wörter im Chor gemeinsam nachsprechen. Auf diese Weise haben sie gesprochen, aber niemand blamiert sich dabei.

Das „schnelle Dutzend“ – ich kann mir das nicht so richtig vorstellen

 

Hier eine ausführlichere Beschreibung der Sprachlernübung „schnelles Dutzend“ (Diese Übung wird auf Seite 9 in „Flüchtlinge lernen Deutsch“ vorgestellt). Wir zeigen hier am Beispiel der Raumbezeichnungen im Haus einige Grundprinzipien auf, die beim „schnellen Dutzend“ wichtig sind.

 

Ein Pate und mehrere Lernende sitzen also zusammen vor dem Plan eines Hauses oder einer Wohnung. Wenn der Pate einfach herunterrattert: „Dies ist die Küche; dies ist die Toilette; dies ist der Eingang; dies ist die Tür; dies ist das Wohnzimmer; dies ist die Toilette…”, werden die Lernenden mit einer unverständlichen Sprachflut überschwemmt. Sie können das Gehörte nicht verarbeiten, und sich schon gar nicht merken. Wenn der Pate sagt: „Dies ist die Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, Küche, …” wird dies sehr schnell langweilig. Auch nicht sehr nützlich.

Stattdessen schlagen wir folgende Art von Übung vor: Wir sitzen zusammen vor dem Plan des Hauses. Der Pate beginnt mit zwei Räumen, z.B. mit Küche und Toilette. Er sagt: „Dies ist die Küche und dies ist die Toilette”, und zeigt dabei auf den jeweiligen Ort auf dem Plan. Er wiederholt das ein paar Mal. Dann fragt er die Lernenden: „Wo ist die Toilette? Wo ist die Küche?” Sie antworten entsprechend, nicht in Worten, sondern indem sie auf die genannten Orte zeigen.


Da wir von Anfang an zwei Möglichkeiten haben, unter denen die Lernenden wählen müssen, sind sie gezwungen, das Gehörte zu verarbeiten. Wenn wir andrerseits mit zu vielen Möglichkeiten anfangen, können sich die Lernenden nicht alles merken. Mit einer anfänglichen Auswahl von zwei bis maximal drei Räumen ist es möglich, das Gehörte zu verarbeiten. Der Pate fragt also ein paar Mal: „Wo ist die Toilette? Wo ist die Küche?” Die Lernenden zeigen jeweils auf die Toilette und auf die Küche. Dann sagt der Pate ein paar Mal: „Dies ist die Toilette, dies ist die Küche, dies ist der Eingang.” Dann fragt er: „Wo ist die Toilette? Wo ist die Küche? Wo ist der Eingang?” Er fügt dann einen vierten Raum hinzu usw. Wenn er die Namen der Räume immer in der gleichen Reihenfolge sagt, und dann auch in der gleichen Reihenfolge abfragt, dann braucht sich der Lernende nur die Reihenfolge zu merken. Er kann problemlos richtig zeigen, ohne das Gehörte verarbeitet zu haben. Um den Lernenden zu zwingen, das Gehörte zu verarbeiten, müssen die Fragen in willkürlicher Reihenfolge gestellt werden. So kann der Lernende zuhören, verarbeiten und dann richtig reagieren. Er lernt die Sprache, indem er sie verarbeitet. Abschließend hier noch einmal die Regeln für das „schnelle Dutzend“:

 

  1. Der Pate beginnt mit zwei Ausdrücken.
  2. Er führt danach immer nur einen neuen Ausdruck auf einmal ein.
  3. Der neue Ausdruck wird zusammen mit den schon bekannten viele Male wiederholt.
  4. Die neuen Ausdrücke werden viele Male abgefragt, in willkürlicher Reihenfolge und vermischt mit Fragen nach bereits bekannten Ausdrücken. (aus Kickstarting your Language Learning, von Greg Thomson 1993, Deutsch von Kathrin Pope)

Um befriedigende Fortschritte zu erzielen, sollte das Niveau der einzelnen Teilnehmer berücksichtigt werden. Deshalb empfehlen wir, die Lerngruppen so einzuteilen, dass die Niveaus in einer Gruppe nicht allzu unterschiedlich sind. Dies ist besonders wichtig bei Anfängergruppen. Wenn Fortgeschrittene zusammen mit Anfängern lernen müssen, ist niemandem wirklich gedient.

Möglicherweise kann man anfangs einen Input für alle geben (z.B. neue Wörter mit dem „Schnellen Dutzend“ einführen), aber anschließend Kleingruppen unterschiedlicher Niveaus bilden. Anfänger können dann in den Kleingruppen einfache TPR-Übungen mit den neuen Wörtern machen, während Fortgeschrittene vielleicht mit den Bildkarten der neuen Wörter Sätze oder Geschichten bilden und diese nacherzählen. Dafür ist es natürlich nötig, genügend Mitarbeiter für eine Lerngruppe zu haben. Sind nicht genügend Mitarbeiter vorhanden, kann man unter Umständen fortgeschrittene Lernende einsetzen, um den Anfängern zu helfen. In einem solchen Fall muss man jedoch darauf achten, dass auch die Fortgeschritten auf ihre Kosten kommen.

Wie verhält sich dieses Angebot zum Integrationskurs?

 

Asylbewerbern mit Bleibeperspektive steht ein Integrationskurs zu. Dieser Kurs sollte auch unbedingt in Anspruch genommen werden, da er Deutschunterricht in sehr konzentrierter Form bietet, wie es für Ehrenamtliche meist nicht möglich ist. Viele Asylbewerber müssen aber oft lange warten, bis ihr Status geklärt und/oder bis ein Platz in einem Kurs frei wird. Asylbewerber ohne Bleibeperspektive haben überhaupt keinen Anspruch auf einen Kurs, aber sind dennoch u.U. längere Zeit in Deutschland. Manche Lernenden sind im Integrationskurs auch überfordert, und schätzen die Lerngruppe als zusätzliches Angebot, wo sie in vertrauter Umgebung angstfrei üben können. Eine Eritreerin aus einer Lerngruppe sagte dazu: „Im Integrationskurs habe ich viel über Grammatik gelernt. Aber in der Lerngruppe habe ich die Angst vor dem Sprechen verloren.“ Unser Kursmaterial versteht sich derzeit eher als Überbrückung oder Ergänzung zu staatlichen Angeboten. Es ist allerdings durchaus möglich, die von uns vorgestellten Methoden auch für Fortgeschrittene zu verwenden oder in Integrationskurse einzubauen. Interessierte wenden sich bitte direkt an fluechtlinge@wycliff.de.

Eine ideale Lerngruppe besteht aus einem Paten und bis zu sechs Teilnehmern, die alle ungefähr auf dem gleichen Niveau sind. Wenn die Gruppe sehr viel größer ist oder wenn die Deutschkenntnisse der Teilnehmer innerhalb der Gruppe sehr unterschiedlich sind, dann sollten innerhalb der Lerngruppe Untergruppen gebildet werden. In diesem Fall sind weitere Paten nötig.

Idealerweise sollte sich die Lerngruppe mindestens dreimal die Woche für je anderthalb bis zwei Stunden treffen. Bei Lerngruppen, die sich als Begleitung zu offiziellen Kursangeboten verstehen, können es auch weniger Treffen sein. In jedem Fall sollen die Teilnehmer ermutigt werden, sich zwischen den Treffen der Lerngruppe die Tonaufnahmen der vergangenen Lektionen auf ihren Handys anzuhören.

Grundsätzlich kann jeder und jede Pate werden, der sich für die Flüchtlinge engagieren möchte und regelmäßig Zeit für diese Arbeit aufbringen kann. Ein Pate kann ausgebildeter Lehrer für Deutsch als Fremdsprache sein, aber auch Menschen ohne pädagogische Vorbildung können sich mit dem Ansatz der wachsenden Integration vertraut machen und sich als Paten betätigen. Auch Schüler und Schülerinnen ebenso wie Rentner haben sich schon als Paten betätigt. Noch wichtiger als pädagogisch einwandfreie Lektionen ist, dass der Pate mit dem Herzen bei der Sache ist und bereit ist, sich auf eine Beziehung mit den Lernenden einzulassen.

Es ist nicht nötig, dass alle Teilnehmer einer Lerngruppe die gleiche Muttersprache sprechen. Die Lektionen werden auf Deutsch abgehalten und sind unabhängig von der Muttersprache der Teilnehmer. Die Lektionen sind so gestaltet, dass man keine Zweitsprache (wie Englisch) für den Unterricht braucht.

Jeder Pate muss zunächst das „Lehrerhandbuch“ lesen („Flüchtlinge lernen Deutsch“). Zudem braucht es folgende Dinge:

 

  • Ein Raum, in dem sich die Gruppe treffen kann, mit genügend Sitzgelegenheiten. Dieser Raum kann durchaus auch das heimische Wohnzimmer sein.
  • Bestimmte Gegenstände bzw. Bilder für jede Lektion. Diese sind in den Lektionsplänen jeweils in der rechten Spalte aufgeführt.
  • Wenn möglich sollte jeder Teilnehmer ein Handy mit Aufnahme- und Abspielfunktion haben. Die allermeisten Smartphones verfügen über Sprachrekorder oder Diktiergeräte-Apps. Wenn diese Anwendungen nicht vorinstalliert sind, können sie problemlos und kostenfrei heruntergeladen werden.
  • Ideal wäre auch eine Wandtafel, Flipchart oder ein Whiteboard, um einfache Strichzeichnungen anzufertigen. Diese Hilfsmittel sind aber nicht unbedingt nötig.

Was mache ich, wenn ich am Ende der Musterlektionen angekommen bin?

Die ersten zehn Lektionen haben Ihnen und Ihrer Lerngruppe Spaß gemacht? Wir vertrauen darauf, dass Sie nach dem gleichen Strickmuster auch ihre eigenen Lektionen entwerfen können. Auf dieser Webseite finden Sie eine Anleitung und Themenvorschläge im Dokument „Leitfaden für eigene Lektionen“. Wir würden uns auch freuen, wenn Nutzer ihre eigenen Lektionsentwürfe für alle zugänglich machen würden! Wenn Sie eine gute Lektion entworfen haben, schicken Sie uns Ihren Entwurf auf fluechtlinge@wycliff.de und wir stellen ihn auf unserer Webseite ein.

Als interkulturelle tätige Organisation mit langjähriger Erfahrung u.a. in den Bereichen Bildung und Spracherwerb, haben mit dem vorliegenden Sprachlernansatz sehr gute Erfahrungen gemacht. Deshalb wollten wir diesen Ansatz auf dieser Seite ausführlich vorstellen und begrenzen uns darauf.

Andere Sprachlernmethoden, sind über Suchfunktionen im Internet zu finden.

Gruppenunterreicht-Fremdsprache

Unterricht für Fortgeschrittene

 Wie geht es weiter? Gerne geben wir Ihnen dazu einen Überblick (PDF)
Außerdem gibt es passendes Bildmaterial für die Arbeit mit Fortgeschrittenen (Dropbox)

Kinder-Pakistan-min

Kosten Deutschlektionen

Unser Deutschmaterial ist kostenlos und kann frei heruntergeladen und kopiert werden. Wir freuen uns aber über eine freiwillige Spende und unterstützen damit ein Dorfentwicklungsprojekt in Pakistan.

Schulungen für Gemeinden​

Viele Gemeinden engagieren sich, um Flüchtlingen beim Deutschlernen zu helfen. Eine lohnenswerte Aufgabe mit Herausforderungen! Viele Gemeinden und Ehrenamtliche wünschen sich Hilfestellung.

Deshalb bietet Wycliff u.a auch Schulungen vor Ort an. Sie können die Schulung wahlweise als Tages- oder Halbtagesseminar buchen. Die Teilnehmer lernen die Grundzüge eines interaktiven, beziehungsorientierten und ganzheitlichen Fremdsprachenunterrichts kennen.

Uschi-Lautenschlager

Ihre Referentin

Uschi Lautenschlager, vom BAMF zugelassene Lehrkraft für Integrationskurse

Weitere Informationen

Schreiben Sie uns eine E-Mail: dff@wycliff.de.

Seminar
"Deutsch für Flüchtlinge"

Wir bieten Seminare für Personen an, die sich im Deutschunterricht für Flüchtlinge engagieren. Die Seminare bestehen aus einem Basis- und einem Aufbaukurs.

Ausführlichere Informationen

Drei-Teenager-international